Red Rain
Roman, 1999

 
   

Rohfassung im Juni 1998: 180 Seiten handschriftliches Manuskript.
Endfassung des Typoskripts im März 1999: 303 Tsd. Anschläge.

Buch: 172 Seiten, erschienen im August 1999 bei der Frankfurter Verlagsanstalt, Hardcover mit Schutzumschlag von Bertsch & Holst, ISBN 3-627-00072-2.

'Red Rain' CoverCover Red Rain

   

Red Rain war ursprünglich eine 2-seitige Kurzgeschichte mit dem Titel "nox irae" vom November 1993 und gruppiert um einen "original indischen Guru". Zu einem eher geringfügigen Ausbau kam es 1995. Im Herbst 1997 hatte ich die Idee zur Erweiterung in der Form eines einzigen langen Schwenks durchs quirlige Berlin in dynamischer Gedankenstromtechnik - und der Druck entstand, daraus ein Buch werden zu lassen, das natürlich spätestens im Herbst 1999 erscheinen musste, denn die Handlung spielte immer schon in der Milleniumsnacht. Ich unterbrach die Arbeit an Oberland. Im Januar 1998 erfolgte die Zusage für das Stipendium im Literarischen Colloquium Berlin am Wannsee, und so konnte Red Rain idealerweise vor Ort mit Recherchen und gerade noch rechtzeitig (Zusage des Verlags im Januar 1999) für eine Veröffentlichung zum Stichtag fertiggeschrieben werden.

LCB Zimmer 10LCB, Zimmer 10

   

Klappentext

von Dagmar Fretter

Silvester 1999: Fünf Stunden vor dem großen Moment sitzt der Held, eine verkrachte Existenz Anfang vierzig, der seine besten Tage in den siebziger Jahren hatte, auf dem Bordklo der letzten Inlandsmaschine mit Ziel Berlin-Tegel.
Indianische Gesänge aus dem Walkman und Wodka der Marke Sibirskaya helfen ihm bei der mentalen Vorbereitung auf die ihm bevorstehende große Aufgabe. Denn seine Ex-Freundin Regina, mittlerweile die jüngste Staatssekretärin Deutschlands, hat einen außergewöhnlichen Job für ihn: Auf einer Silvesterparty für die politische Prominenz der Hauptstadt soll er einen Indianer namens Red Rain spielen und die sinnsuchende Gesellschaft mit Zukunftsvisionen beglücken. Da der Bedarf an Gurus zu diesem so ungeheuer wichtigen Termin extrem groß ist, konnte sie keinen echten Schamanen anheuern. Also muß ihr Ex herhalten, mit dem sie vor Jahren eine esoterische Reise zu einem Indianerstamm nach Arizona unternommen hatte.
Das Flugzeug landet in Berlin, das in dieser Nacht völlig außer Rand und Band ist. Nicht nur steht die Jahrtausendwende bevor, eine Terrorgruppe droht außerdem, um Mitternacht auf dem Fernsehturm des Alex eine Atombombe zu zünden.
Mittlerweile auch äußerlich zum Indianer verwandelt, wird Red Rain von drei Bodyguards wie ein Staatsgast empfangen. Es folgt eine wahnwitzige Irrfahrt durch die Stadt, behindert durch Straßensperren und eine Star-Wars- und Star-Trek-Fanparty, bis der Spuk kurz vor Mitternacht in den Katakomben unter dem Alex mit einem Showdown endet.

'Red Rain' CoverCover Red Rain

SibirskayaEtikett Vodka Sibirskaya

Illustration aus 'Forum Buchkritik'Illustration aus 'Forum Buchkritik'

   

Songtext

Regina benennt die Berliner Existenzform ihres Ex-Freundes, der nichts davon ahnt, nach dem Song "Red Rain" von Peter Gabriel.

Auszug
Album: So (1986)

red rain is coming down red rain (...)
I am standing up at the water's edge in my dream
I cannot make a single sound as you scream
It can't be that cold, the ground is still warm to touch
hay ay ay we touch
this place in so quiet, sensing that storm
(...)
well I've seen them buried in a sheltered place in this town
they tell you that this rain can sting, and look down
there is no blood around see so sign of pain
hay ay ay no pain
seeing no red at all, see no rain
red rain - putting the pressure on much harder now
to return again und again
(...)
I come to you defences down
with the trust of a child
and I can't watch anymore
no more denial

Peter Gabriel: 'So'Peter Gabriel: So (1986)