Oberland |
|
Rohfassung: 1068 Seiten handschriftliches Manuskript. Die Typoskript-Letztfassung (vierte Überarbeitung) hat 914 Tsd. Anschläge, als Buch 506 Seiten, erschienen bei der Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main, Hardcover mit Schutzumschlag, März 2004. ISBN 3-627-00104-4. Oberland befand sich seit Sommer 1990 in Planung und Bau, wobei Jens Behses Monolog im dritten Teil etwas älter ist, er stammt wesentlich vom Februar 1989. Der Text war Anfang Januar 2004 abgeschlossen. Der Roman wurde gefördert mit einem Stipendium des Deutschen Literaturfonds e.V., einem Aufenthaltsstipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen sowie einem Arbeitsstipendium des Landes NRW. Ausgezeichnet wurde er mit dem Kulturförderpreis des Kreises Pinneberg (2003) und mit dem New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds (2007). |
|
|
Das Cover stammt von Bertsch & Holst. Dem oberen Streifen liegt die berühmte Schwarzweiß-Aufnahme des großen Helgoland-Fotografen Franz Schensky zugrunde, "Helgoland bei schwerer See", von 1912. |
|
| Eine Grafik der (versuchten) Séance aus Teil zwei. Vergrößern durch Anklicken. | Grafik der Séance aus Oberland |
| Ein Interview zu Oberland vom März 2004 steht unter: sandammeer.at. | ![]() |
| Für die norddeutsche Blindenhörbücherei (Buchnummer 8083 vom Januar 2006) hat Volker Lohmann mit 1240 Minuten Oberland komplett eingelesen, verteilt auf 30 CDs. | ![]() |
| Oberland - Inhalt Jens Behse ist tot und schaut auf sein Leben herab. |
|
Teil eins: Nordsee & Helgoland, Oktober 1973 Behses Eltern haben für die Herbstferien 1973 (ihr einziges Kind wurde
gerade eingeschult) einen Urlaub auf dem Helgoländer Oberland gebucht.
Während der stürmischen Überfahrt zur Insel reißt sich
der Fünfjährige trotz Lebensgefahr los, um das Wetter draußen
zu sehen. Beinahe wird der Junge in die Nordsee gerissen und hätte
somit sein Leben vor der Zeit beendet, aber die vier rätselhaften
Gestalten, die ihn auf dem Vorderdeck der Fähre retten, verhindern
das. Sie begleiten sein weiteres Leben und tauchen im zweiten Teil in
anderen Verkörperungen wieder auf: die vogelhaften Zwillinge als
Papageienpaar und in bildlichen Doppelungen, die Wikingergestalt als
Vorgesetzter des Vaters oder als Schulsprecher, und die Frau gleicht
der von Behses Mutter vergötterten Sängerin Alexandra. |
Nachempfundenes Portrait von Klaus Störtebeker (ca. 1360-1401) |
Teil zwei: Pinneberg bei Hamburg, Dez. 1981 - Sept. 1982 Acht Jahre werden wie mit einer Zeitmaschine übersprungen. Behse
begegnet sich, Jens, endlich 'planmäßig' im Heimatort wieder,
in der Kleinstadt Pinneberg bei Hamburg. Jens, 14, dürr, 1,91 groß,
einsam, beschäftigt sich nur noch mit dem Thema Tod. Seine Eltern
kommen nicht an ihn heran. Jens kompostiert heimlich eigene Körperabfälle,
besucht seine besten (weil toten) Freunde auf dem Friedhof, sein Denken
kreist ums Morbide, um Selbstmordphantasien, Schwarze Löcher, auch um
die drohende Atomkriegsgefahr. Er lässt sich in der Silvesternacht
1981 vom Balkongeländer im siebten Stock seines Hochhauses hängen,
sucht die Todesnähe. Obwohl er ein gestörter Außenseiter
ist, wird er als Liebesbriefträger für seine Gleichaltrigen
unentbehrlich. |
|
Teil drei: Hamburg, Dezember 1989 Pünktlich sieben Jahre später schaltet sich Behse wieder
ein. In einem Hamburger Krankenhaus leistet Jens die letzten Tage seines
Zivildienstes ab. Jetzt redet er direkt "mit" Behse, mit seinem
künftig toten Ich, denn er weiß, dass Besuchszeit ist. Er
hat nur noch auf Behses Anwesenheit gewartet, um mit der Erzählstimme
nahezu zu verschmelzen.
|
|